Was würden Sie denn tun? Erfahrung mit Hausärzten – leerem Budget und langen Wartezeiten in Praxen

Ich muss mir mal den Frust rausschreiben

Vorgeschichte

Ich hab seit meiner Kindheit eine Skoliose. Das ist eine Wirbelsäulenverkrümmung seitlich, die wohl so fast jeder Mensch mal mehr oder weniger hat. Bei mir halt etwas mehr. Einschränkungen hab ich keine, ausser dass ich bei +20kilo heben es nicht übertreiben soll.

Über die Jahre so alles Mögliche an Krankengymnastik, Rückentraining, Sport, Schwimmen, Einlagen gemacht…

Kurz: Je mehr man für den Rücken tut, desto weniger Beschwerden hat man auch damit. Da ich recht viel Sport mache, Bewegung und seit dem aktuellen Arbeit hab ich sogar einen höhenverstellbaren (Steh)-Tisch, kann ich das eigentlich gut alles in Grenzen halten. Fast keine Verspannungen im Nacken, nix Kopfweh mehr. Dank dem Tisch. Kann ich jedem Büro-Arbeiter empfehlen.

Aktuell

Vor ein paar Monaten hab ich mir aber irgendwie den Rücken verdreht. Selbst mit diversen Übungen, Dehnen, Kräftigen, … gehts nicht weg. Mal auf was anderem geschlafen?  Was liegt näher als zum Arzt mal zu gehen? Einmal einrenken, fertig?

Naja

Der erste Besuch endete mit Schmerztabletten.. Da hab ich schon den Kopf geschüttelt. Sollte ich mal übers Wochenende einnehmen. Wie viele wurd nicht gesagt. Hab mal abends ne Pille genommen, war natürlich am morgen nicht weg..

Hab wieder Termin gemacht.

2. Versuch

Bei nem anderen Arzt der gleichen Praxis.Nach über ner Stunde Wartezeit gings dann dran. Obwohl ich Termin hatte, wartet man noch ne Stund. Das ist echt ne Frechheit! Da frag ich mich, warum man überhaupt Termine vergibt??  Hab mich bei der Vorzimmer-Dame beschwert und gemeint: „Ich glaub nicht,dass wir uns dann in der Zukunft wieder sehen werden“. Da such ich mir ne andere Praxis. So ein Müll!

Beim Arzt selbst die Story erzählt.  blabla, mit Skoliose, seit der Kindheit, kann das aber alles locker im Griff halten, aber diese Verdrehung geht nich weg…

Ich erinnere mich noch gut an Sätze vom Arzt:

  • „Wir können es mit einer Spritze entlang der  Schmerzbahnen probieren“ – das war einer der ersten Kommentare und ich mit Schrecken: „So extrem ist es auch nicht, ich kann mich ja bewegen und die Schmerzen sind 3/4, 1/4 abends!“.  Hallo? Spritze?
  • „Was würden Sie denn tun?“ – das kam, als er echt nicht mehr genau wusste, wie er mit mir umgehen sollte. Ich hab dann gemeint, dass ich sehr gute  Erfahrungen mit Krankengymnastik gemacht habe.
  • „ich tu mir schwer einem 26 jährigen Krankengymanstik zu verschreiben. Sie müssen noch 60 jahre mit ihrem Rücken leben“ – ah wie toll. Und wenn ich Diabetes mit 20 hätte, gäbs dann auch son Kommentar??
  • „Unsere Budgets sind leer.“ – wundert mich nicht, wenn man scho ne Stunde später als vereinbarter Termin dran kommt. Sind wohl 150% Patienten als man eigentlich schafft..
  • „Probieren sie es mal mit einer muskelentspannenden Schmerztablette. Aber nur eine nehmen, nur abends.“ – und dann meinte er die hätten schon Nebenwirkungen und eine Frau musste mal mit dem Krankenwagen abgeholt werden. HÄH?? Ich hab doch mal ne Nacht auf nem Heizkissen gelegen. Das bringt 100x mehr als diese   Chemiebomben!
  • „Wie, Chiropraktiker? Und nachher verdreht der Ihen was!“ – mal über den Tellerrand gucken? Nem Kollegen von mir hatte das sehr gut geholfen.
  • „Haben Sie Schmerzmittel“. Und dann kam ich mit Ibuprofen, Diclofenac, Retard-Tabletten, Aspirin.
  • Und als mich das alles nervte hob ich meinen Fuss und sagte „Ich hab auch Einlagen in den Schuhen“.

Dumme Diskussionen mit einem  Allgemeinmediziner, der faktisch von MEINEM Geld lebt!

Ich komm mir vor wie nen Bittsteller. Da zahlste hunderte von Euro im Jahr ein, kommst wegen nem Problem zum Arzt und mehr als Schmerzmittel verschreibt der nicht. „Ich überweis sie dann zum Orthopäden“

Klasse. Die Schmerzbombe hat sicher ein paar Extra-€ für den Allgemeinarzt eingebracht. Statt nur 5€ pro Patient kamen jetzt noch 10€ fürn Rezept dazu. Egal ob es Sinn macht oder nicht. Nehmen werd ich den Dreck nicht.

Ich weiss jetzt schon, beim Orthopäden gibts wieder Komplett-Röntgen, „das sieht aber schlimm aus“-Kommentare.Diesmal lass ich mir kein „Wir müssen alles von oben bis unten Röntgen“ mehr aufschwatzen!

Ich glaub, für Allgemeinärzte ist es das schlimmste an Patienten, die sich mit ihrer Krankheit gut auskennen. ist man kein Möchtegern-Gott mehr im Hemd. Und noch schlimmer sind wohl Patienten, die wissen, was sie wollen oder was hilft.

Ich hab deutlich gesagt, dass in der Vergangenheit ich bei solchen Rückenzicken mit Krankengymnastik gute Erfahrungen gemacht habe. 6x  Drücken, kein Stress mehr – wenn der Rücken weh tut. Vielleicht alle 2-3 Jahre hab ich mal mehr Probleme.

Und ansonsten privat Fitnessstudio, Kurse oder sonstwas und das geht mit Rücken sehr gut.

Das nervt mich echt. Die Praxis ist echt das letzte. Und dieses beschissene Schmerzmittelverschreiben geht mir auch auf die Nüsse! Das lindert nich das Problem!

Und das Rumdiskutieren. Echt! „Ich Arzt, du nix! Weil ich 10 jahre auf der Uni war und jetzt für 10€ Stundenlohn hier rackern muss“. Wenn ich mir die Hand breche gibts auch erstmal Schmerzmittel oder was? Nur weil ich eine „Allerweltskrankheit“ und kein Rentner bin wird mir nur   Schrott verschrieben?